Ermittlung des Einflusses der Verankerung von Wandscheiben auf die Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit von Holzhäusern


Geldgeber: Deutsche Gesellschaft für Holzforschung
Laufzeit:   August 1998 bis 31. Oktober 2000

Wände, Decken und Dächer von Holzhäusern bestehen heute zum überwiegenden Teil aus Holzbauteilen (Wandstielen, Deckenbalken, Sparren), die ein- oder beidseitig mit dünnen Platten aus Holz- oder Gipswerkstoffen beplankt sind. Die in vertikaler Richtung wirkenden Belastungen aus Eigengewicht, Schnee und Verkehr werden in der Regel durch die Holzbauteile in die Fundamente eingeleitet. Zur Weiterleitung der horizontal wirkenden Windkräfte bis in die Fundamente wird zusätzlich zu den Holzbauteilen die auf ihnen befestigte Beplankung herangezogen. Wegen des im Vergleich zu Mauerwerk und Beton geringen Eigengewichts solcher Konstruktionen wird verlangt, die aussteifenden Wandscheiben gegen Zug zu verankern.

Aus zwei Gründen ist es sinnvoll, die Notwendigkeit dieser Zugverankerung zu überprüfen:

  • aus Gründen der Tragsicherheit, da die in der statischen Berechnung vorgesehene Zugverankerung zum größten Teil entweder mangelhaft oder gar nicht eingebaut wird,
  • aus wirtschaftlichen Gründen, da die Herstellung der Zugverankerung sehr kostenintensiv ist.

Am LHT durchgeführte räumliche Berechnungen von Häusern mit Standard-Grundrissen bei Windeinwirkung haben gezeigt, daß diese auch ohne Zugverankerung der Wandscheiben ausreichende Standsicherheit besitzen können. Der Nachweis der Tragsicherheit konnte für alle Holzbauteile, Beplankungen und ihre Anschlüsse ohne zusätzliche Verstärkungen geführt werden. Dabei wurden maximale nach oben gerichtete Auflagerverschiebungen von 4 mm ermittelt.

Da sich aus diesen Ergebnissen noch nicht ableiten läßt, daß bei allen Holzhäusern auf Zugverankerungen verzichtet werden kann, soll zunächst das räumliche Tragverhalten von Holzhäusern bei Windeinwirkung genauer untersucht werden. Aus den Ergebnissen dieser Untersuchungen sollen dann Kriterien und vereinfachte Nachweisverfahren abgeleitet werden, bei deren Erfüllung auf eine Zugverankerung der Wandscheiben verzichtet werden kann.

pdf Ermittlung des Einflusses der Verankerung von Wandscheiben.pdf

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